Unbound · Orte · Leipzig

Audioguide Leipzig: die Geschichten der Sehenswürdigkeiten

Von der Thomaskirche, in der Bach Kantor war, bis zum Völkerschlachtdenkmal: Unbound kennt in und um Leipzig über 6.000 Orte und erzählt dir unterwegs, was an ihnen passiert ist.

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Geschichten zum Hören

So erzählt Unbound unterwegs, in der Stimme der App. Jede Geschichte ist aus Wikipedia und weiteren Quellen recherchiert.

Völkerschlachtdenkmal

Von der Sprengung bedroht: Freundschaftsdenkmal

Stell dir vor: Ein riesiges Denkmal steht kurz vor der Sprengung, und dann rettet es ausgerechnet eine Erinnerung an die Russen.

Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig wurde von 1898 bis 1913 errichtet, von Bruno Schmitz, im Monumentalstil. Es erinnert an den entscheidenden 18. Oktober 1813, den Tag der Völkerschlacht bei Leipzig während der Befreiungskriege. Mit rund 91 Metern Höhe ist es eines der höchsten Monumente Europas. Nach Kriegsende erwog die Regierung der DDR zunächst, das Denkmal zu zerstören.

Dann aber erinnerte man sich daran, dass in der Völkerschlacht auch Russen auf deutscher Seite gekämpft hatten. Damit wandelte sich der Ort zu einem Monument der deutsch-sowjetischen Freundschaft, ja der Waffenbrüderschaft. Heute führen 500 Stufen vom Fuß des Sockels bis zur Aussichtsplattform auf der Spitze. Und bei klarer Luft ist das Denkmal sogar vom 105 Kilometer entfernten Fichtelberg aus zu sehen.

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Thomaskirche

Bachs Gebeine: Rettung vor der Deponie

Fast wäre Johann Sebastian Bach auf einer Schuttdeponie gelandet.

Genauer gesagt seine Gebeine, und nur ein aufmerksamer Bauarbeiter hat das verhindert. Die Thomaskirche ist eine der beiden Hauptkirchen Leipzigs. Weltweit bekannt ist sie als Wirkungsstätte Bachs und des Thomanerchores. Zwischen 1212 und 1222 wurde die ältere Marktkirche zur Stiftskirche des Thomasklosters umgebaut. Heute ist sie eine dreischiffige Hallenkirche, 76 Meter lang.

Doch zurück zu den Gebeinen. Die Johanniskirche war abgebrannt. Der Sarkophag mit den mutmaßlichen Gebeinen Bachs blieb dabei unversehrt. Die beiden Steinsärge sollten trotzdem entsorgt werden. Da bemerkte der Bauarbeiter, was da vor ihm lag, bewahrte sie vor der Deponie und brachte die Gebeine zur Thomaskirche. Am 28. Juli 1949 wurden sie dort hineingebracht.

Für die Grabplatte brauchte es Bronze, die damals kaum zu bekommen war. Ein sowjetischer Kulturoffizier bezahlte sie aus seinem Kontingent. Manche Musikwissenschaftler bezweifeln heute, dass es wirklich Bachs Gebeine sind. Der Thomanerchor wurde 1212 gegründet und ist einer der ältesten Knabenchöre Deutschlands. Du kannst ihn freitags um 18:00 Uhr und samstags um 15:00 Uhr in der Motette hören.

Sonntags singt er um 9:30 Uhr im Gottesdienst.

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Nikolaikirche

Von Montagsgebeten zur Revolution

Die Nikolaikirche in Leipzig begann mit ein paar wenigen Menschen, die sich Anfang der 1980er-Jahre zum Gebet trafen.

Montags, in einer Kirche. Mehr war das zunächst nicht. Daraus wuchs etwas, das niemand so vorhergesehen hat. Die Nikolaikirche ist die älteste und größte Kirche in der Leipziger Innenstadt. Sie wurde ab 1165 im romanischen Stil gebaut, nachdem Leipzig das Stadt- und Marktrecht bekommen hatte. Später wurde sie zur spätgotischen Hallenkirche umgebaut.

Und aus diesen Montagsgebeten entwickelten sich die Montagsdemonstrationen. Ende der 1980er-Jahre gingen jede Woche Zehntausende Menschen auf die Straße, manchmal über 100.000. Stell dir das vor: Aus einem stillen Gebet wird eine Menge, die eine ganze Stadt füllt. Die Kirche war der zentrale Ausgangspunkt der friedlichen Revolution in der DDR. Auf dem Kirchhof erinnert eine Friedenssäule an die Montagsdemonstrationen und daran, wie friedlich diese Revolution blieb.

Heute kannst du die Kirche auch von innen erleben. Freitagnachmittags gibt es halbstündige Orgelführungen. Und nach vorheriger Anmeldung sind sogar Turmexkursionen möglich.

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Auerbachs Keller

Zwei Holzbilder inspirieren Goethe

Ein Mann reitet auf einem Weinfass, mitten in einem Leipziger Keller.

Genau so zeigten es zwei Holzbilder, die dort einmal hingen, und sie setzten bei einem jungen Studenten einiges in Bewegung. Der Ort heißt Auerbachs Keller. Er ist die bekannteste und zweitälteste Gaststätte Leipzigs, seit dem 16. Jahrhundert ein renommiertes Weinlokal. Schon 1438 wird hier Weinausschank erwähnt. Das Lokal liegt unter der Mädler-Passage, nur wenige Schritte vom Markt entfernt.

Der Student war Goethe. Von 1765 bis 1768 studierte er in Leipzig und kam regelmäßig in den Keller. Die Faustsage kannte er da längst, schon früh hatte er sie aus Puppenspielen kennengelernt. Und dann hingen da diese zwei Bilder: Faust beim Studentengelage und Faust, wie er auf einem Weinfass reitet. Sie wurden für Goethe zur unmittelbaren Anregung für die spätere Szene.

Heute lebt die Geschichte hier weiter. Im Keller läuft eine Rockoper über Faust. Bei der Premiere wurde der Fassritt erstmals am historischen Ort nachgestellt. Dazu gibt es vier historische Weinstuben und ganz versteckt eine Hexenküche.

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Alle Geschichten unterwegs hören

Starte eine Tour, steck das Handy ein und hör, was links und rechts liegt. Oder tipp auf der Karte einen Ort in deiner Nähe an.

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Fragen zum Audioguide in Leipzig

Gibt es einen Audioguide für Leipzig?
Ja. Unbound kennt in Leipzig über 6.000 Orte und erzählt dir unterwegs ihre Geschichten, sobald du vorbeikommst, zu Fuß, mit dem Rad oder im Auto. Eine Route musst du nicht planen: Starte eine Tour und geh einfach los.
Welche Sehenswürdigkeiten in Leipzig erzählt Unbound?
Die bekannten wie Völkerschlachtdenkmal, Thomaskirche, Nikolaikirche, und genauso unscheinbare Orte, an denen etwas passiert ist: eine Kirche im Hinterhof, ein Brunnen, eine Straße mit Geschichte.
Was kostet der Audioguide?
Du kannst Unbound kostenlos ausprobieren. Danach gibt es Pässe für ein Wochenende oder zwei Wochen und ein Jahresabo.

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